====== Jacqueline die Musikbox ====== Dieses Projekt zieht sich über mittlerweile mehr als 2 Dekaden in meinem Leben mit. Angefangen hat es eigentlich im Jahr 2005 als unsere LAN-Party-Saufen-Truppe nach Scheeßel zum Hurricane 2005 getingelt ist. Wir brauchten natürlich musikalische Untermalung und hatten wenig Geld. Ich habe damals aus teilen meiner alten Billig-5.1-Anlage und einem in der Scheune gefundenen Subwoofer von meinem Cousin was gebastelt. Mangels weitreichender Handwerklicher Fähigkeiten und Werkzeuge habe ich den Subwoofer in meinen Mülleimer eingebaut und den Rest (Cat5 als Lautsprecherkabel, Car-HiFi-Amp und gedoens) lose im Klappkorb mitgenommen. Betrieben wurde das mit einer 12V Autobatterie und hielt von Freitag dann bis Samstag mittag oder so durch. War aber auch nicht schlimm, denn wir hatten ja genug Bier dabei. Über die nächsten Jahre wurde die Musikbox immer mal wieder umgebaut und verfeinert. Aber den Namen "Jacqueline" hatte sie von Anfang an bekommen. ===== Quasi Version 0 ===== Hier zwei Bilder vom Hurricane. {{:projekte:jac1.jpg?400|}} {{:projekte:jac2.jpg?400|}} ===== Version 1.0 ===== Nachdem ich meine Freunde dann mit meiner Genialität überzeugt hatte, wurde der eigentliche Plan zu "Jacqueline die Musikbox" ca 2006 geschmiedet. Passend zu dem o.g. gefundenen Subwoofer Chassis, konnte ich meinem Cousin noch zwei Axial-Lautsprecher (für die Hutablage im KFZ) abluchsen. Da Holz auch damals schon teuer war und ich keine gescheite Säge hatte, wurde mein alter Kinderzimmer Hängeschrank umgebaut zur Box. {{:projekte:jac3.jpg?400|}} {{:projekte:jac4.jpg?400|}} Die Box ist innen dreigeteilt. Unten die geschlossene Kiste für den Woofer, oben eine Box für die Top-Teile und in der Mitte zwischendrin ein ca 7cm Hoher Bereich wo die Car-HiFi Endstufe ihr überhitzendes Leben genießen konnte. Gut geschützt vor Bier. Standesgemäß gabs die gebrauchte halb Kaputte KFZ-Batterie dazu, die nach einem Wochenende natürlich Tiefentladen dann Kernschrott war. Etwas schwarze und gelbe Farbe stand noch in Vatters Werkstatt rum und Jacqueline war ab dann unser treuer Begleiter auf jeder Party und passte (vermutlich zufällig, soweit hab ich damals noch nicht gedacht) auch praktischerweise in meinen alten Fahrrad-Anhänger rein und war somit mobil. Flunkyball am 1.Mai war musikalisch perfekt untermalt. Prost! {{:projekte:jac5.jpg?400|}} Es passte sogar noch Bier mit in den Wagen. Luxus. Durfte auch auf dem Rock am Ring 2007 nicht fehlen: {{:projekte:jac6a.jpg?400|}} Unser gemeinschaftlicher, stetiger Verbesserungswahn brachte uns eine gescheite Karre. {{:projekte:jac6.jpg?400|}} Die HiFi-Endstufe, ihres Zeichens A/B Verstärker, wurde (oh wunder) natürlich Sack-Warm in dem kleinen compartment was ich gebaut hatte. Also musste irgendwann die obere Zwischenplatte weichen, damit zumindest etwas Luft zirkulieren kann. ===== Version 2.0 ===== Ein paar Jahre und kaputte Autobatterien später, musste eine Abhilfe her. Im April 2011 habe ich von Pollin einen Tiefentladeschutz gekauft und diesmal am Whiteboard sogar einen Plan gezeichnet. Dazu habe ich zwei Blaupunkt Axial-Lautsprecher und ein neues Subwoofer Chassis bestellt. {{:projekte:jac7.JPG?400|}} {{:projekte:jac8.JPG?400|}} Diesmal mit gescheiter säge und Oberfräse ausgestattet ging ich ans Werk und baute eine neue Kiste von Grund auf aus MDF. Den Fotos nach hatte ich wohl noch was von der gelben Farbe über. {{:projekte:jac9.JPG?400|}} {{:projekte:jac10.JPG?400|}} {{:projekte:jac11.JPG?400|}} Von den Teslaspule-Basteleien waren noch Ampere- und Voltmeter übrig, die ich einfach eingebaut habe. Ich wollte schon immer mal was mit einer Oberfräse machen, also hatte ich diese versetzt eingebaut und mit einer Plexiglasabdeckung versehen. ===== Version 3.0 ===== Das ganze lief dann bis 2014 noch okay gut weiter. Die nervig schwere KFZ-Endstufe allerdings war reichlich ineffizient und veraltet. Ich habe aus China dann zwei Class-D Verstärker bestellt. Drum herum wurde eine neue Kiste gewerkelt. Der Sparfuchs wo ich bin, hatte viel von den MDF Platten einfach weiterverwendet und sogar die ausgefräste Frontplatte mit den Anzeigen wurde wiederverwendet. Da wo das Loch der alten Endstufe ist, habe ich eine Platte eingeklebt und die Potis von der Frequenzweiche verbaut. {{:projekte:jac12.jpg?400|}} {{:projekte:jac13.jpg?400|}} {{:projekte:jac14.jpg?400|}} Als Top-Teile kommen nun keine eingebauten KFZ-Axial-tröter mehr zum Einsatz, sondern zwei "PA-Lautsprecher" aus Treppenhausen (Thomann). Davon hab ich (warum auch immer) irgendwie mal 6 Stück ersteigert. Die zwei Endstufen musste ich etwas hacken und den Clock von beiden miteinander verbinden. Wenn die nicht verbunden sind, war ein lautes Fiepen zu hören weil sich die Takte der zwei gestört haben. Das hab ich einfach direkt auf die Platinen gelötet nach dem ich das Datenblatt des Amp-Chips studiert hatte. Da war das nämlich vorgeschlagen. Die Erfahrung der älteren Versionen zeigten immer mal wieder Probleme wenn man sein Handy zu dicht an der Box hatte, dass es (die älteren unter Euch werden es kennen) das Handy Geräusch gibt wenn man ne SMS oder nen Anruf bekam. Also kleidete ich den Elektronik bereich von innen mit Alu-Klebeband aus. {{:projekte:jac15.jpg?400|}} {{:projekte:jac16.jpg?400|}} {{:projekte:jac17.jpg?400|}} {{:projekte:jac18.jpg?400|}} Ein verbauter DC/DC Boost konverter "150W China" macht aus den 12-14V KFZ Batteie die für die Verstärker nötigen 24V Betriebsspannung. Als zusätzliche kleine Verbesserung hab ich am Eingang noch NTG1 Übertrager eingebaut, diese trennen das Audiosignal galvanisch und sorgen dafür dass nix brummen kann falls man eine Masseschleife bauen würde. ===== Version 3.1 ===== Ansich waren wir sehr Happy mit der performance von Jacqueline, nur im Sommer stieg sie manchmal aus, stellte sich auch hier mal wieder "Überhitzung" als Ursache heraus. Also hab ich im April 2019 dann noch mal die Jacqueline geöffnet. Ein kleiner DC/DC Wandler und Lüfter später, und das ganze lief wieder rund. In dem Zuge wo ich die Box schon mal auf hatte, hab ich einen 24V Eingangsspannung-Anschluss eingebaut. Hier geht einfach ein Kabel per Diode direkt zu den Amps an dem verbauten Boost-Konverter vorbei. In 2019 hatte ich dann auch schon Li-Ion Akkus aus alten Pedelecs (7S ~24V) die dann die klobigen KFZ-Batterien ersetzt haben. {{:projekte:jac19.jpg?400|}} {{:projekte:jac20.jpg?400|}} {{:projekte:jac21.jpg?400|}} Von der ursprünglichen Version aus 2006 sind jetzt eigentlich nur noch das Subwoofer-Gitter und die vier Plastik-Füße erhalten geblieben.